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24. Hervis MOUNTAIN ATTACK
14. Jänner 2022
38 Tage
21 Stunden
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Interviews 2022

TVB Saalbach - GF Wolfgang Breitfuss

Zukunftsperspektiven in Saalbach-Hinterglemm Wolfgang Breitfuss TVB-GF
 

Wolfgang, die letzte Wintersaison hat euch hart getroffen. Wie würdest du resümieren und blickst du der kommenden Saison optimistisch entgegen? 

Der letzte Winter war surreal. Dass eine Wintersaison gar nicht stattfinden kann, das hätten wir nie gedacht. So etwas möchten wir nicht noch einmal erleben müssen, weil einfach wahnsinnig viel davon abhängt. Jetzt schauen wir aber optimistisch in die Zukunft, denn der Sommer hat gezeigt, dass unsere Gäste gewillt sind zu reisen. Ich hoffe, dass viele unserer Gäste bis Dezember geimpft sind und kein weiterer Lockdown mehr nötig sein wird. Wir haben bereits jetzt viele Anfragen, auch aus unseren wichtigsten Zielmärkten, daher bin ich positiv gestimmt, dass wir die Situation gut in den Griff bekommen werden. 

Nun habt ihr den Zuschlag zur Ski WM 2025 erhalten und das Mountain Attack Team gratuliert recht herzlich. Wie steht es um die Vorbereitungen zu diesem Großevent? 

Die WM begleitet uns in unserer täglichen Arbeit. Aktuell geht es noch darum ein paar grobe Weichenstellungen vorzunehmen, damit wir in die Detailplanung gehen können. In die Themen Quartiersituation, Marketing, Brandmanagement und Sponsoring sind wir stark eingebunden und teilweise haben wir unsere ersten Hausaufgaben bereits erledigt. Je näher der Termin rückt, bzw. bereits der Termin zum Weltcup Finale 2024, desto intensiver wird es. Aktuell liegt unser Fokus aber noch darauf, dass wir unserem Tagesgeschäft wieder in gewohnten Umständen nachgehen können. 

Mit den World Games of Mountainbiking und der Mountain Attack wurden zwei Disziplinen zu einer Wertung – dem „Mountain Hero“ und der „Mountain Queen“ – zusammengefasst. Wie passen Mountainbiken und Skibergsteigen zusammen?

Diese beiden Disziplinen spielen sehr gut zusammen, weil beide Ausdauersportarten in der freien Natur stattfinden. Wir haben auch gesehen, dass Skitouren-Athleten im Sommer auf dem Mountainbike trainieren und umgekehrt. Aus diesen Überschneidungen wollten wir eine Kombi-Wertung schaffen und wie man an den Teilnehmerzahlen beider Events sieht, ist uns das gut gelungen. 

2021 musste die Mountain Attack aufgrund der herrschenden Umstände leider abgesagt werden. 2022 starten wir aber wieder voll durch. Was erwartest du dir vom nächsten Event?

Ich hoffe, dass die nächste Mountain Attack wieder gut über die Bühne gehen kann. Da die Startplätze üblicherweise heiß begehrt sind erhoffe ich mir wieder ein ausverkauftes Starterfeld. Ich erwarte mir auch ein professionell veranstaltetes Event, wie jedes Jahr, nur diesmal zusätzlich mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen. Aber in dieser Sache stecke ich volles Vertrauen in die Veranstalter. Mein Wunsch wäre, dass wir auch wieder Zuschauer an der Strecke begrüßen können, die die Athleten anfeuern. Und natürlich, dass das Wetter mitspielt. 

Skibergsteigen ist nun endlich olympisch und der vergangene Winter hat einmal mehr gezeigt, dass der Sport boomt. Wie stehst du dazu? 

Ich finde es sensationell, dass Skibergsteigen nun olympisch ist. Jede Sportart ist eine Bereicherung und für die Athleten einfach eine große Chance. Bei uns in Saalbach ist der Sport weit verbreitet und wir haben ein großes Netz an Möglichkeiten auf- und abseits der Piste. Ich sehe die Entwicklung sehr positiv und unsere Sportshops nehmen einen stetigen Zulauf wahr. Unser weitläufiges Skigebiet hat auf jeden Fall genug Platz für Skitourengeher und sie sind herzlich Willkommen!

Michael Schobersteiner - Hervis Österreich Einkauf

Neue Trends am Skitourenmarkt Mike Schobersteiner, Hervis Einkauf


Skibergsteigen und generell der Outdoor-Sport ist in aller Munde. Der Boom ist ungebrochen. Wohin bewegt sich der Trend Skibergsteigen im Handel?

Der Trend wird sich die nächsten Jahre auch noch fortsetzen. Aufgrund von Corona haben viele Menschen den Outdoorsport für sich entdeckt. Speziell wenn es um das Thema Freiheit, Natur und raus aus dem Alltag geht, merkt man, wie wichtig das den Menschen ist. Auch die Tourismusverbände sehen diesen Aufwärtstrend. Ich bin mir sicher, dass sich in Bezug auf Winterurlaub einiges ändern wird. Den klassischen Aprés-Skiurlaub wird es meiner Meinung nach in dieser Form nicht mehr geben. Zusätzlich werden auch die Hotels vermehrt Aktiv-Urlaube anbieten, wo unter anderem das Thema Skitouren gehen künftig eine große Rolle einnehmen wird.

Wie hat sich der letzte Winter auf den Tourenski-Markt ausgewirkt?

Durchwegs sehr positiv. Zum einen gab es für Tourengeher keine Einschränkungen im Lockdown. Wenn man sich die letzte Saison ansieht, war es natürlich speziell für die Pistengeher ein wahrer Traum den Sport auszuüben, da die Lifte zum großen Teil stillgestanden haben und für alle sehr viel Platz zur Verfügung stand. Also perfekte Bedingungen für Anfänger um erste Erfahrungen zu sammeln.

Ein großes Thema mit enormem Potential ist der Kinder-Sektor. Die Nachfrage nach Tourenski-Ausrüstungen, sowie -Bekleidung nimmt zu. Wie reagiert Hervis auf diese Marktsituation? Was unterscheidet Ski, Bindungen, Felle etc. für Kinder vom Equipment für Erwachsene?

Wir werden heuer mit zwei verschiedenen Tourenski-Sets für Kinder in den Markt gehen. Für unsere Kleinen ab ca. 5 Jahren wird es ein Starter-Set geben. Hier bieten wir einen normalen Kinderski mit Skitouren Adapter an, sprich einen Aufsatz für die normale Skibindung mit welchem man bergauf gehen kann. Dieser spezielle Adapter in Kombination mit Ski und Fell soll der erste Einstieg für unsere Kids in den Tourensport sein.

Für fortgeschrittene Kinder wird es darüber hinaus auch noch ein zweites Touren-Set geben, wo dann bereits eine fix fertige Tourenbindung montiert ist. Auch wir glauben, dass in diesem Bereich noch sehr viel möglich ist. Wichtig ist, dass es den Kindern Spaß macht und sie Freude damit haben.

Wie engagiert sich Hervis im Skitouren-Bereich abseits des Verkaufes in den Hervis-Filialen? 

Im Winter bieten wir für unsere Kunden den sogenannten Hervis Tourenskiwinter an. In Kooperation mit dem La Sportiva Mountain Attack Team können die Kunden Skitouren-Ausrüstung testen und bekommen zusätzlich noch Tipps und Tricks für den richtigen Umgang mit der Ausrüstung. Zudem gibt es die Möglichkeit die Ausrüstung am Ende des Events zu einem TOP Preis zu erwerben. 

Viele Teilnehmer/-innen trainieren schon Wochen zuvor auf die Mountain Attack und spulen entlang der Strecke ihre Höhenmeter ab. Welche Möglichkeiten gibt es vor Ort um sich materialtechnisch bestens aufs Rennen vorbereiten zu können?

Da wir ja auch fast direkt am Start-/Ziel-Bereich eine Filiale haben, führen wir auch hier einen Auszug aus unserem Skitouren-Sortiment. Sollte jemand mal in Saalbach sein und zum Beispiel sein Fell vergessen haben oder noch ein Gel oder einen Riegel benötigen, wird er sicherlich bei uns im Shop fündig. Auch kleine Reparaturen bzw. Bindungsmontage bieten wir vor Ort an. Wer sich außerdem bei der Anmeldung für ein mit dem Hervis Mountan Attack Logo bedrucktes Funktionsshirt entscheidet, kann dieses am Renntag direkt im Hervis Store abholen. (siehe Must Haves)

La Sportiva - Über Innovationen und Nachhaltigkeit

Unser langjähriger Sportpartner im Gespräch 
 

Das Material wechselt von Jahr zu Jahr ein wenig. Was sind die zukünftigen Trends in der Produktentwicklung? Was können die Kunden in den nächsten Jahren erwarten?

- STEFANO FRATI - Markenproduktmanager: Wir sind eine Bergtechnik-Marke, für uns ist das erste, was wir berücksichtigen müssen, immer die Leistung unserer Produkte. In den letzten Jahren hat die Pandemie jedoch die Schwächen der globalen Sozial- und Wirtschaftssysteme aufgedeckt und bietet Unternehmen die Möglichkeit, den systemischen Wandel anzuführen, um eine nachhaltigere und integrativere Zukunft zu schaffen. Das Umweltbewusstsein nimmt in der gesamten Branche stark zu und immer mehr bewusste Verbraucher betrachten Nachhaltigkeit als einen Schlüsselfaktor bei ihren Entscheidungen. Die besten technischen Produkte nachhaltig bereitzustellen, ist unsere Mission und unser tägliches Engagement.

Ein ganz wichtiges Thema – gerade für die Schnellen – betrifft die Carbonschuhe. Mit dem STRATOS V hat eine neue Ära der Rennschuhe begonnen. Er ist noch leichter als das Vorgängermodell. Wo liegen die Grenzen von Carbon Skischuhen? Was kann noch verbessert werden? Und wie sieht ein Carbonschuh in 5-10 Jahren aus?

- MATTEO JELLICI - Projektmanager für Schuhe: Rennschuhe sind aus Carbon gefertigt, um dank seiner außergewöhnlichen Steifigkeit die besten Ergebnisse in Bezug auf das Gewicht zu erzielen. Andererseits hat dieses spezielle Material Grenzen in der Zerbrechlichkeit (geringe Impact-Resistenz) und seiner Reproduzierbarkeit, da jedes einzelne Stück komplett von Hand gefertigt wird. Unsere Forschung konzentriert sich auf diese Grenzen. Kontinuierliche Forschung am Material und am Herstellungsprozess wird begleitet von kontinuierlichen Tests unserer Athleten, die immer in den Entwicklungsprozess eingebunden sind.

Wenn wir an die Zukunft denken, stellen wir uns Produkte vor, die die Haltbarkeit verbessern, indem sie die Abfahrtsleistung noch weiter steigern. Ein Hauptaugenmerk liegt darauf, alternative Materialien zu finden, die die Umweltbelastung reduzieren.

Besteht nach dem unglaublichen Erfolg von Carbonschuhen im Rennsportbereich die Möglichkeit, dass Carbonteile auch für Schuhe des „normalen Skibergsteigers“ geeignet sind und verwendet werden können?

- MATTEO JELLICI - Projektmanager für Schuhe: Wir glauben, dass die Entwicklung von „Wettbewerbswerkzeugen“ der direkteste Weg ist, um neue Lösungen zu finden, die die gesamte Produktkategorie beeinflussen.

Bei eher „normalen“ Produkten werden bereits Carbon-Komponenten verwendet, allerdings ist die Zerbrechlichkeit des Materials derzeit der Aspekt, der den Einsatz einschränkt.

Der weiterer Aspekt für Produkte, die für ein breiteres Publikum geeignet sind, ist, dass der manuelle Prozess, der zur Herstellung dieser Komponenten erforderlich ist, die Produktkosten erhöht.

Vor 20 Jahren gab es keine echte „Skimo-Bekleidung“ auf dem Markt und Rennläufer liefen die Rennen mit Langlauf-Rennanzügen. Wie hat sich die Bekleidung im Laufe der Jahre verändert und warum ist die Qualität der Kleidung so wichtig?

- ALBERTO MARCHINI - Projektmanager für Bekleidung:  Die bewährten Layering-Prinzipien aus dem Bergsport-Segment hatten starken Einfluss auf die Entwicklung der SKIMO Bekleidungskollektionen, denn bis heute werden die Bekleidungssysteme nach diesen Prinzipien entwickelt. Leicht, schnell trocknend, hoch atmungsaktiv, isolierend, sowie Wind- und Wasser-Beständigkeit sind die wichtigsten Eigenschaften, die die verschiedenen Materialien bieten müssen.

Dank der technologischen Innovation von Fasern, Membranen und Laminaten wurden die Produkte in Leistung, Gewicht und Haltbarkeit kontinuierlich verbessert. Durch aktuell optimierte Engineering-Methoden haben sich auch Features, Passform und Form stark verändert. Der Makrotrend des Minimalismus passte perfekt zu den Bedürfnissen des Skibergsteigens und ermöglichte die Kreation neuer Optiken und Silhouetten.

Ähnlich wie beim Skilanglauf oder Radsport kann die Passform in dieser Kategorie als „form-fit“ bezeichnet werden. 100% Bewegungsfreiheit für den Sportler ist die Idee, die jedes Kleidungsstück innerhalb der Rennsport-Kategorie bieten muss.

Das Sprichwort „Zeit wartet auf niemanden“ passt perfekt für die SKIMO-Szene. Wenn man im Rucksack nach Dingen suchen muss, geht unnötige Zeit verloren. Aus diesem Grund sind Rennoberteile mit genügend Aufbewahrungstaschen ausgestattet. Da Rucksäcke viel Isolierung gegen den Rücken bieten, verfügen Rennoberteile normalerweise über Netzeinsätze für bessere Belüftung. 

Rennbekleidung ist auch so konzipiert, dass sie sich gut mit anderer geschwindigkeitsorientierter Ausrüstung kombinieren lässt. Ausschnitte im Fußbereich der Rennhose ermöglichen es dem Benutzer, schnell vom Ski- zum Walk-Mechanismus zu wechseln und gleichzeitig gut abzuschließen, um vor Schnee zu schützen. 

Dieses Merkmal hat auch den zusätzlichen Vorteil, dass es Einrisse verhindert. Auf jeden Fall ist Nachhaltigkeit das neue Muss, um mit unserer Mission, umweltfreundlich zu sein, im Einklang zu stehen.

Der Klimawandel ist weltweit ein großes Thema. Welche Maßnahmen ergreift La Sportiva, um die CO2-Emissionen zu reduzieren?

- LUCA MICH - Marketing-Kommunikationsmanager: Unser Mantra ist heute neu besohlen, erneuern und wiederverwenden. Angefangen haben wir bei den Kletter- und Bergschuhen. Der anspruchsvolle Verbraucher hat ein Recht darauf, seine Produkte lange verwenden zu können. Aus diesem Grund werden Kletter-, Berg-, Zustiegs- und Skimo-Rennschuhe in einem eigenen Resoler-Netzwerk mit Originalteilen erneuert und an die Konsumenten zurückgeschickt.

Der Ansatz des Recyclings mit Berücksichtigung des Themas „End-of-Waste“ ist in der DNA des Unternehmens verankert, um die Wiederverwendung seiner Produkte bei seinen Benutzern zu fördern. Die Anzahl der La Sportiva „Re-soler“ wächst ständig durch ein eigens zertifiziertes Netzwerk, das seit 2012 in bis zu zehn europäischen Märkten tätig ist.

Außerdem recycelt La Sportiva mehr als 50 % der Produktionsabfälle und reduziert ständig den Wasserverbrauch in den Produktionsstätten. Darüber hinaus produziert unsere Produktionsanlage in den Dolomiten an unserem Hauptsitz in Val di Fiemme keine CO2-Emissionen und verwendet 100% erneuerbare Energien. 


Interviews 2021

Jakob Herrmann - Mountain Man 2020

Jakob Herrmann 

Amtierender Mountain-Man - Siegerzeit 02:15:10

Jakob, du hast letztes Jahr im Vorfeld behauptet, dass ein Sieg bei der Mountain Attack einen höheren Stellenwert hat, als ein Weltcupsieg. Warum ist das so?

Die Mountain Attack ist mit über 1000 Startern eines der größten Skitourenrennen überhaupt, das es im Rennkalender gibt. Noch dazu ist es immer mit den besten Athleten besetzt und für mich als Salzburger ein „Heimrennen“. In Österreich kennt jede/r die Attack und wenn man diese gewinnt, bekommt das jede/r mit! 

Du hast mit deiner Siegerzeit von 02:15:10 den alten Streckenrekord pulverisiert. Damit ist quasi eine neue Zeitrechnung auf der Marathon Strecke angebrochen. Erzähl uns ein wenig über deine Taktik während des Rennens.

Heuer hab ich bewusst versucht, dass ich am Schattberg nicht mit 100% gehe (außerdem bin ich nicht der beste Starter und werde im Laufe des Rennens schneller). Die Zeit hab ich dann ab dem Zwölferkogel gut gemacht, wobei mir leider in den Wechselzonen Fehler passiert sind und an diesem Tag sogar eine Zeit unter 2:15 möglich gewesen wäre! 

Die letzte Wintersaison ging – bedingt durch das Coronavirus – früh zu Ende. Wie sieht bei dir die Vorbereitung im Sommer und der Start in den heurigen Winter aus?

Ja leider … ich wäre richtig in Fahrt gewesen! Ab Februar komme ich meistens erst richtig in Form und werde dann von Woche zu Woche schneller. Bei der Epic Skitour Anfang März hatte ich eine bombastische Form und konnte sogar bei kurzen Rennen mit den Besten mitgehen. Im Sommer werde ich wieder auf Grundlagentraining (Hike&Fly, Radfahren und Laufen) setzen. Dazu werde ich wieder schauen, dass ich vermehrt zum Stabitraining komme, damit ich genug Stabilität im Rumpf und genug Kraft in den Armen habe … ab und zu werde ich mal einen Trainingswettkampf (Berg- und Traillauf) einbauen und ab Oktober werden wir mit dem Team schon wieder am Gletscher trainieren.

Du zählst bei den Langdistanzrennen über zwei Stunden zu den absolut besten Skibergsteigern der Welt. Was macht für dich die Faszination über  lange Strecken aus?

Skibergsteigen ist für mich eine Leidenschaft und umso länger ich auf meinen 2 Brettern verbringen darf, desto glücklicher bin ich. Ich bin einfach gerne in den Bergen und ich muss mich oft zwingen, dass ich nicht den ganzen Tag unterwegs bin. Ich bin einfach ein „Langdistanzler“ (auch energetisch) und komme erst nach 30-40min richtig in Schwung … meine Schwäche sind sicher kurze Rennen, wobei ich diese Schwäche im letzten Winter schon etwas ausgleichen konnte! 

Was nimmst du dir als Titelverteidiger für die 23. Ausgabe der Hervis Mountain Attack vor?

Für mich ist es immer am wichtigsten, dass ich gesund und zufrieden im Ziel stehe! Aber … es wäre gelogen zu sagen, dass ich mir nichts vornehme! Ein neuer Streckenrekord hängt aber sehr stark von den Verhältnissen ab und erneut zu gewinnen, hängt natürlich immer von der Tagesform ab! Aber das Ziel ist natürlich den Titel 2021 zu verteidigen!

Alba de Silvestro (ITA) - Mountain WOMAN 2020

Alba de Silvestro (ITA) 

Amtierende Mountain-Woman - Siegerzeit 02:49:31

 

Alba, du hast bereits zum zweiten Mal in Folge die Hervis Mountain Attack gewonnen. Welche Erinnerungen hast du an deine Siege und die Fabelzeit von 02:49:31 im Jänner letzten Jahres?

Es waren zwei wunderschöne Siege in den letzten zwei Jahren. Die Mountain Attack ist ein sehr besonderes und extrem spektakuläres Rennen. Als ich das erste Mal gewonnen habe, kannte ich die Strecke nicht – die dann auch noch aufgrund des Wetters verkürzt werden musste.  Als Athletin der Gruppe „Sportiva Esercito“ wollte ich 2020 wieder an den Start gehen, um den vorherigen Streckenrekord zu brechen. Ich bin sehr froh, dass ich das dann auch geschafft habe.

Der Schattberg gilt aufgrund seiner extremen Steigungen als besondere Challenge gleich zu Beginn des Rennens. Wie gehst du taktisch in diesen ersten Anstieg?

Es ist sehr wichtig die Schneebedingungen im Auge zu behalten. Es ist enorm steil, und man muss wissen wie man sich den Bedingungen am besten anpasst, denn diese beeinflussen und verändern Alles. Bei meinem ersten Start bin ich mit guten Fellen und ohne Steighilfe gegangen. Letztes Jahr habe ich die Skier auf den Rucksack geschnallt und bin zu Fuß hochgelaufen.

Die letzte Saison ging aufgrund des Coronavirus sehr früh zu Ende. Wie bereitest du dich im Sommer vor und wie sieht dein Start in den Winter aus?

Die Saison war zwar sehr früh zu Ende, jedoch ist deswegen die Motivation für den nächsten Winter umso größer. Mein Ziel liegt dann auch bei den Weltmeisterschaften 2021 mit der italienischen Nationalmannschaft, in der ich seit mehreren Jahren Mitglied bin und hoffe eine Spitzenplatzierung erreichen zu können.

Du bist die aktuelle Titelverteidigerin! Was ist dein Ziel für 2021?

Ich habe viele Verpflichtungen im Winter, weswegen ich aktuell meine Anwesenheit noch nicht garantieren kann. Aber natürlich hoffe ich zurück zu kommen und am Start zu stehen. Ein Rekord muss immer verteidigt werden! :-)

Uli Schultes - MA-Urgestein

Uli Schultes 

Mountain-Attack Teilnehmerin seit vielen Jahren


Uli, du stehst seit dem Jahr 2003 jedes Jahr an der Startlinie der Hervis Mountain Attack. Was macht für dich die Faszination aus?

Eigentlich „AZ“ – alles z’amm! Eleganter ausgedrückt wie bei einem Orchester, das ein Musikstück spielt - das Gesamtkunstwerk ist’s, das begeistert! Was ich ganz persönlich an der Mountain Attack schätze, ist die Kombi aus Herausforderung & Spaß zu haben.

Du lebst in Wien. Welche Möglichkeiten hast du, dich auf die Attack vorzubereiten?

Die nächstgelegene Möglichkeit für eine Schitour ist der Schneeberg, oder laufen im Wienerwald. Je nach Streckenauswahl findet man zwar kurze, aber sehr knackige Anstiege. Mit meinen Kursen am USI Wien habe ich zudem vielfältige Trainingsmöglichkeiten. Bei Konditionstraining, Workouts und Gymnastikeinheiten toben wir uns hier aus. Als Übungsleiter z.B. bei HIIT mache ich meistens selber mit, das heißt also: Vollgas! So forderst du die Teilnehmer und sie fordern dich. Das motiviert, macht Spaß!

Du bist ja auch ein Urgestein der Hervis Mountain Attack – JEDER kennt dich! Das muss ja auch etwas ganz Besonderes sein?

Nach so vielen Jahren bin ich bekannt wie ein bunter Hund. Schon in der Früh, am Weg zur Startnummernausgabe ruft Roland von irgendwo um’s Eck: „Hallo Uli!“ Dann bei den Mädels der Startnummernausgabe und bei der Pasta Party gibt’s überall eine herzliche Begrüßung. Bei einem Checkpoint kam so nebenbei mal ein lässiges Kompliment – und das ist’s für mich wirklich: „Servas Uli, oide Hitt’n, bist a wida do!“ Mitten im Rennen so begrüßt zu werden, das zählt und motiviert doppelt!!

Franz Hausmann - Mr. Tourenski

Franz Hausmann 

Mr. Tourenski - ein Pionier des Skitouren-Sports in Ostösterreich


Franz, du bist der „Mr. Tourenski“ in Ost-Österreich. Auf welchen Bergen seid ihr hauptsächlich unterwegs?

Schon bevor Schitourenbewerbe in Österreich ein Begriff waren, sind wir ausgehend vom Schneeberg unterwegs gewesen. Auch wenn wir als Ostösterreicher belächelt werden.  Die Liste, der von uns mit Schi bestiegenen Berge kann sich sehen lassen. Es zählen dazu viele österreichische Berge zwischen Schneeberg und Arlberg, etliche Schweizer Viertausender und auch der Mont Blanc. In Südtirol war ich oft unterwegs und im Osten Europas haben wir es bis zum Elbrus geschafft.  Seit dem Jahr 2000 sind wir häufig im Rahmen von namhaften Schitourenbewerben auf hochalpine Gipfel gekommen. 

Dein Team und du seid in ganz Österreich bei Rennen am Start und auch bei der Hervis Moutain Attack immer sehr zahlreich vertreten. Erzähl uns ein bisschen etwas über den WSV Puchberg...

Wir veranstalteten schon vor mehr als fünfzig Jahren den sogenannten „Leistungslauf“ am Schneeberg. Seit Ende der 90iger kamen auch in Österreich immer mehr Schitourenbewerbe auf und ich war bei vielen am Start. So habe ich gesehen wie es Andere mit ihren Bewerben machen und aus dem alten „Rucksackllauf“ wurde der Schneeberg Schitourenlauf des WSV Puchberg. Ausgangspunkt für die Schitourenwettkampfszene in NÖ war der Schneeberg. Schon bald kamen viele andere hinzu. Wir sind bei Bewerben in ganz Österreich, aber auch oft bei Teambewerben in Italien, Schweiz und Frankreich am Start.

Welche Anekdoten fallen dir sonst noch zur Mountain Attack ein? 

Meine Marathonzeit die ich Jahr für Jahr konstant gegangen bin, liegt bei 3h 20min. Mein Leitsatz für ehrgeizige, junge Burschen war: „Wenn’s 3h 20min gehn wollt’s, müsst’s mit’n olden Hausi gehn!“ Doch die jungen Buam sind beim Start Vollgas weggeplattelt … im Flachen vorm Reiterkogl hab ich sie überholt, begleitet von ihrem schnaufenden Kommentar: „Na, ned scho wieda du!“ Im Ziel war ich dann stets 5-10 Minuten vor den Jungspunden. 

Erich Ebbrecht - Egger-Charity-Team

Erich Ebbrecht 

Egger Charity-Team Mitglied - immer wieder gern dabei!


Erich, du warst mittlerweile bereits fünf Mal am Start des Schattberg-Race. Was fasziniert dich persönlich an der Hervis Mountain Attack?

Mich fasziniert das Zusammenspiel von Profis, Amateurliga und puren Draufgängern zu denen ich mich zähle, in Verbindung mit ein wenig Verrücktheit, einer traumhaften Kulisse und der immer top-organisierten Veranstaltung.
Ich bin jemand der sich vorab nicht sonderlich damit beschäftigt, sondern sich einfach auf das Ungewisse einlässt. Das hat mir beim ersten Mal so gefallen, dass ich das gerne wiederhole. Ich nehme mir auch während des Aufstiegs die Zeit, für den ein oder anderen Schnappschuss oder auch Smalltalk mit den Mitstreitern.

Die Steigungen am Schattberg sind so steil wie sonst kaum ein Rennen. Wie kommst du mit dem harten Anstieg zurecht und wie sieht deine Taktik im Rennen aus?

Ich frage mich selber immer wieder wie man sich auf diese Steigung einlassen kann, obwohl ich sie jetzt schon kennen müsste. Ich hab nicht wirklich eine Taktik, sondern mein Körpergefühl sagt mir ob ich senkrecht nach oben kann oder doch eher die Variante mit den Serpentinen nehme. Auf jeden Fall ist es immer ein prickelndes Gefühl wenn man die Steigung(en) hinter sich hat.

Wie sieht deine Vorbereitung auf die Attack 2021 aus?

Wie schon in den vergangenen Jahren, übers Jahr sportlich (Kraft & Ausdauer) und möglichst unverletzt bleiben. Mental freue ich mich immer drauf und den Segen meiner Familie habe ich auch. Mein Material ist seit dem ersten Rennen unverändert, somit weiß ich zumindest in einem Punkt worauf ich mich einlasse.

Die Teilnahme des Egger-Teams ist etwas ganz Besonderes. Inwiefern überträgt sich dieser Team-Spirit in euren Berufsalltag?

Nach dem Startschuss rennt jeder für sich, aber jedes Teammitglied auf der Strecke fördert die Motivation. Etwas Gutes tun, Spaß haben und dabei hin und wieder an seine Grenzen gehen, das gilt sowohl in der Freizeit als auch im Beruf. Ich finde dieser Teambewerb hat einen besonderen Anreiz und fördert den Zusammenhalt im Berufsalltag. Ein tolles Gefühl zu wissen, dass man Teil eines großen Ganzen ist und dabei über sich hinauswächst.