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23. Hervis MOUNTAIN ATTACK
15. Jänner 2021
44 Tage
08 Stunden
27 Minuten
54 Sekunden

Jakob Herrmann

Amtierender Mountain-Man - Siegerzeit 02:15:10

Jakob, du hast letztes Jahr im Vorfeld behauptet, dass ein Sieg bei der Mountain Attack einen höheren Stellenwert hat, als ein Weltcupsieg. Warum ist das so?

Die Mountain Attack ist mit über 1000 Startern eines der größten Skitourenrennen überhaupt, das es im Rennkalender gibt. Noch dazu ist es immer mit den besten Athleten besetzt und für mich als Salzburger ein „Heimrennen“. In Österreich kennt jede/r die Attack und wenn man diese gewinnt, bekommt das jede/r mit! 

Du hast mit deiner Siegerzeit von 02:15:10 den alten Streckenrekord pulverisiert. Damit ist quasi eine neue Zeitrechnung auf der Marathon Strecke angebrochen. Erzähl uns ein wenig über deine Taktik während des Rennens.

Heuer hab ich bewusst versucht, dass ich am Schattberg nicht mit 100% gehe (außerdem bin ich nicht der beste Starter und werde im Laufe des Rennens schneller). Die Zeit hab ich dann ab dem Zwölferkogel gut gemacht, wobei mir leider in den Wechselzonen Fehler passiert sind und an diesem Tag sogar eine Zeit unter 2:15 möglich gewesen wäre! 

Die letzte Wintersaison ging – bedingt durch das Coronavirus – früh zu Ende. Wie sieht bei dir die Vorbereitung im Sommer und der Start in den heurigen Winter aus?

Ja leider … ich wäre richtig in Fahrt gewesen! Ab Februar komme ich meistens erst richtig in Form und werde dann von Woche zu Woche schneller. Bei der Epic Skitour Anfang März hatte ich eine bombastische Form und konnte sogar bei kurzen Rennen mit den Besten mitgehen. Im Sommer werde ich wieder auf Grundlagentraining (Hike&Fly, Radfahren und Laufen) setzen. Dazu werde ich wieder schauen, dass ich vermehrt zum Stabitraining komme, damit ich genug Stabilität im Rumpf und genug Kraft in den Armen habe … ab und zu werde ich mal einen Trainingswettkampf (Berg- und Traillauf) einbauen und ab Oktober werden wir mit dem Team schon wieder am Gletscher trainieren.

Du zählst bei den Langdistanzrennen über zwei Stunden zu den absolut besten Skibergsteigern der Welt. Was macht für dich die Faszination über  lange Strecken aus?

Skibergsteigen ist für mich eine Leidenschaft und umso länger ich auf meinen 2 Brettern verbringen darf, desto glücklicher bin ich. Ich bin einfach gerne in den Bergen und ich muss mich oft zwingen, dass ich nicht den ganzen Tag unterwegs bin. Ich bin einfach ein „Langdistanzler“ (auch energetisch) und komme erst nach 30-40min richtig in Schwung … meine Schwäche sind sicher kurze Rennen, wobei ich diese Schwäche im letzten Winter schon etwas ausgleichen konnte! 

Was nimmst du dir als Titelverteidiger für die 23. Ausgabe der Hervis Mountain Attack vor?

Für mich ist es immer am wichtigsten, dass ich gesund und zufrieden im Ziel stehe! Aber … es wäre gelogen zu sagen, dass ich mir nichts vornehme! Ein neuer Streckenrekord hängt aber sehr stark von den Verhältnissen ab und erneut zu gewinnen, hängt natürlich immer von der Tagesform ab! Aber das Ziel ist natürlich den Titel 2021 zu verteidigen!

Alba de Silvestro (ITA)

Amtierende Mountain-Woman - Siegerzeit 02:49:31

 

Alba, du hast bereits zum zweiten Mal in Folge die Hervis Mountain Attack gewonnen. Welche Erinnerungen hast du an deine Siege und die Fabelzeit von 02:49:31 im Jänner letzten Jahres?

Es waren zwei wunderschöne Siege in den letzten zwei Jahren. Die Mountain Attack ist ein sehr besonderes und extrem spektakuläres Rennen. Als ich das erste Mal gewonnen habe, kannte ich die Strecke nicht – die dann auch noch aufgrund des Wetters verkürzt werden musste.  Als Athletin der Gruppe „Sportiva Esercito“ wollte ich 2020 wieder an den Start gehen, um den vorherigen Streckenrekord zu brechen. Ich bin sehr froh, dass ich das dann auch geschafft habe.

Der Schattberg gilt aufgrund seiner extremen Steigungen als besondere Challenge gleich zu Beginn des Rennens. Wie gehst du taktisch in diesen ersten Anstieg?

Es ist sehr wichtig die Schneebedingungen im Auge zu behalten. Es ist enorm steil, und man muss wissen wie man sich den Bedingungen am besten anpasst, denn diese beeinflussen und verändern Alles. Bei meinem ersten Start bin ich mit guten Fellen und ohne Steighilfe gegangen. Letztes Jahr habe ich die Skier auf den Rucksack geschnallt und bin zu Fuß hochgelaufen.

Die letzte Saison ging aufgrund des Coronavirus sehr früh zu Ende. Wie bereitest du dich im Sommer vor und wie sieht dein Start in den Winter aus?

Die Saison war zwar sehr früh zu Ende, jedoch ist deswegen die Motivation für den nächsten Winter umso größer. Mein Ziel liegt dann auch bei den Weltmeisterschaften 2021 mit der italienischen Nationalmannschaft, in der ich seit mehreren Jahren Mitglied bin und hoffe eine Spitzenplatzierung erreichen zu können.

Du bist die aktuelle Titelverteidigerin! Was ist dein Ziel für 2021?

Ich habe viele Verpflichtungen im Winter, weswegen ich aktuell meine Anwesenheit noch nicht garantieren kann. Aber natürlich hoffe ich zurück zu kommen und am Start zu stehen. Ein Rekord muss immer verteidigt werden! :-)

Uli Schultes 

Mountain-Attack Teilnehmerin seit vielen Jahren


Uli, du stehst seit dem Jahr 2003 jedes Jahr an der Startlinie der Hervis Mountain Attack. Was macht für dich die Faszination aus?

Eigentlich „AZ“ – alles z’amm! Eleganter ausgedrückt wie bei einem Orchester, das ein Musikstück spielt - das Gesamtkunstwerk ist’s, das begeistert! Was ich ganz persönlich an der Mountain Attack schätze, ist die Kombi aus Herausforderung & Spaß zu haben.

Du lebst in Wien. Welche Möglichkeiten hast du, dich auf die Attack vorzubereiten?

Die nächstgelegene Möglichkeit für eine Schitour ist der Schneeberg, oder laufen im Wienerwald. Je nach Streckenauswahl findet man zwar kurze, aber sehr knackige Anstiege. Mit meinen Kursen am USI Wien habe ich zudem vielfältige Trainingsmöglichkeiten. Bei Konditionstraining, Workouts und Gymnastikeinheiten toben wir uns hier aus. Als Übungsleiter z.B. bei HIIT mache ich meistens selber mit, das heißt also: Vollgas! So forderst du die Teilnehmer und sie fordern dich. Das motiviert, macht Spaß!

Du bist ja auch ein Urgestein der Hervis Mountain Attack – JEDER kennt dich! Das muss ja auch etwas ganz Besonderes sein?

Nach so vielen Jahren bin ich bekannt wie ein bunter Hund. Schon in der Früh, am Weg zur Startnummernausgabe ruft Roland von irgendwo um’s Eck: „Hallo Uli!“ Dann bei den Mädels der Startnummernausgabe und bei der Pasta Party gibt’s überall eine herzliche Begrüßung. Bei einem Checkpoint kam so nebenbei mal ein lässiges Kompliment – und das ist’s für mich wirklich: „Servas Uli, oide Hitt’n, bist a wida do!“ Mitten im Rennen so begrüßt zu werden, das zählt und motiviert doppelt!!

Franz Hausmann

Mr. Tourenski - ein Pionier des Skitouren-Sports in Ostösterreich


Franz, du bist der „Mr. Tourenski“ in Ost-Österreich. Auf welchen Bergen seid ihr hauptsächlich unterwegs?

Schon bevor Schitourenbewerbe in Österreich ein Begriff waren, sind wir ausgehend vom Schneeberg unterwegs gewesen. Auch wenn wir als Ostösterreicher belächelt werden.  Die Liste, der von uns mit Schi bestiegenen Berge kann sich sehen lassen. Es zählen dazu viele österreichische Berge zwischen Schneeberg und Arlberg, etliche Schweizer Viertausender und auch der Mont Blanc. In Südtirol war ich oft unterwegs und im Osten Europas haben wir es bis zum Elbrus geschafft.  Seit dem Jahr 2000 sind wir häufig im Rahmen von namhaften Schitourenbewerben auf hochalpine Gipfel gekommen. 

Dein Team und du seid in ganz Österreich bei Rennen am Start und auch bei der Hervis Moutain Attack immer sehr zahlreich vertreten. Erzähl uns ein bisschen etwas über den WSV Puchberg...

Wir veranstalteten schon vor mehr als fünfzig Jahren den sogenannten „Leistungslauf“ am Schneeberg. Seit Ende der 90iger kamen auch in Österreich immer mehr Schitourenbewerbe auf und ich war bei vielen am Start. So habe ich gesehen wie es Andere mit ihren Bewerben machen und aus dem alten „Rucksackllauf“ wurde der Schneeberg Schitourenlauf des WSV Puchberg. Ausgangspunkt für die Schitourenwettkampfszene in NÖ war der Schneeberg. Schon bald kamen viele andere hinzu. Wir sind bei Bewerben in ganz Österreich, aber auch oft bei Teambewerben in Italien, Schweiz und Frankreich am Start.

Welche Anekdoten fallen dir sonst noch zur Mountain Attack ein? 

Meine Marathonzeit die ich Jahr für Jahr konstant gegangen bin, liegt bei 3h 20min. Mein Leitsatz für ehrgeizige, junge Burschen war: „Wenn’s 3h 20min gehn wollt’s, müsst’s mit’n olden Hausi gehn!“ Doch die jungen Buam sind beim Start Vollgas weggeplattelt … im Flachen vorm Reiterkogl hab ich sie überholt, begleitet von ihrem schnaufenden Kommentar: „Na, ned scho wieda du!“ Im Ziel war ich dann stets 5-10 Minuten vor den Jungspunden. 

Erich Ebbrecht

Egger Charity-Team Mitglied - immer wieder gern dabei!


Erich, du warst mittlerweile bereits fünf Mal am Start des Schattberg-Race. Was fasziniert dich persönlich an der Hervis Mountain Attack?

Mich fasziniert das Zusammenspiel von Profis, Amateurliga und puren Draufgängern zu denen ich mich zähle, in Verbindung mit ein wenig Verrücktheit, einer traumhaften Kulisse und der immer top-organisierten Veranstaltung.
Ich bin jemand der sich vorab nicht sonderlich damit beschäftigt, sondern sich einfach auf das Ungewisse einlässt. Das hat mir beim ersten Mal so gefallen, dass ich das gerne wiederhole. Ich nehme mir auch während des Aufstiegs die Zeit, für den ein oder anderen Schnappschuss oder auch Smalltalk mit den Mitstreitern.

Die Steigungen am Schattberg sind so steil wie sonst kaum ein Rennen. Wie kommst du mit dem harten Anstieg zurecht und wie sieht deine Taktik im Rennen aus?

Ich frage mich selber immer wieder wie man sich auf diese Steigung einlassen kann, obwohl ich sie jetzt schon kennen müsste. Ich hab nicht wirklich eine Taktik, sondern mein Körpergefühl sagt mir ob ich senkrecht nach oben kann oder doch eher die Variante mit den Serpentinen nehme. Auf jeden Fall ist es immer ein prickelndes Gefühl wenn man die Steigung(en) hinter sich hat.

Wie sieht deine Vorbereitung auf die Attack 2021 aus?

Wie schon in den vergangenen Jahren, übers Jahr sportlich (Kraft & Ausdauer) und möglichst unverletzt bleiben. Mental freue ich mich immer drauf und den Segen meiner Familie habe ich auch. Mein Material ist seit dem ersten Rennen unverändert, somit weiß ich zumindest in einem Punkt worauf ich mich einlasse.

Die Teilnahme des Egger-Teams ist etwas ganz Besonderes. Inwiefern überträgt sich dieser Team-Spirit in euren Berufsalltag?

Nach dem Startschuss rennt jeder für sich, aber jedes Teammitglied auf der Strecke fördert die Motivation. Etwas Gutes tun, Spaß haben und dabei hin und wieder an seine Grenzen gehen, das gilt sowohl in der Freizeit als auch im Beruf. Ich finde dieser Teambewerb hat einen besonderen Anreiz und fördert den Zusammenhalt im Berufsalltag. Ein tolles Gefühl zu wissen, dass man Teil eines großen Ganzen ist und dabei über sich hinauswächst.